# Strategie: Docker-Container in Kunden-LXCs auf aktuellem Stand halten ## Ziel Eine sichere, reproduzierbare und möglichst ausfallarme Vorgehensweise, um Docker-Container in Kunden-LXCs regelmäßig zu aktualisieren. --- ## Ausgangslage / Annahmen - Jede Kundeninstanz läuft in einem eigenen LXC. - In den LXCs werden Container per Docker bzw. Docker Compose betrieben. - Es gibt produktive Workflows (z. B. n8n/API), bei denen ungeplante Downtime minimiert werden soll. - Nicht jede neue Image-Version ist automatisch kompatibel (Breaking Changes möglich). --- ## Leitprinzipien 1. **Planbar statt ad hoc**: feste Update-Fenster. 2. **Versionen kontrollieren**: möglichst mit festen Tags, nicht blind `latest`. 3. **Vor jedem Update sichern**: Konfiguration, Volumes, Datenbank. 4. **Nach jedem Update prüfen**: Health-Checks + funktionaler Smoke-Test. 5. **Rollback jederzeit möglich**: alte Versionen/Backups kurzfristig wiederherstellbar. 6. **Standardisieren**: identischer Prozess für alle Kunden-LXCs. --- ## Empfohlener Betriebsprozess ## 1) Inventarisierung pro Kunden-LXC Für jede Instanz dokumentieren: - Container/Services (Name, Image, Tag) - Abhängigkeiten (DB, Reverse Proxy, externe APIs) - Persistente Daten (Volumes, Bind-Mounts, DB) - Kritische Funktionen (Login, Webhook, Jobs, API-Calls) - Wartungsfenster und SLA-Anforderungen Ergebnis: pro Kunde eine „Service-Karte“. --- ## 2) Release- und Update-Policy definieren - **Routinezyklus**: z. B. monatlich. - **Security-Fixes**: außerplanmäßig mit Priorität. - **Versionierungsregel**: - bevorzugt semantische stabile Tags (`x.y.z`) - `latest` vermeiden in Produktion - **Freigabestufen**: 1. Test-/Pilot-LXC 2. kleine Kundengruppe 3. Vollausrollung --- ## 3) Pre-Update-Checks (Pflicht) Vor jedem Update in einem LXC: - Freier Speicherplatz ausreichend? - Host/LXC-Ressourcen ok (CPU/RAM/IO)? - Docker/Compose lauffähig? - Externe Abhängigkeiten erreichbar? - Letztes erfolgreiches Backup vorhanden? Wenn ein Check fehlschlägt: **kein Update**. --- ## 4) Backup-Strategie vor Update Mindestens sichern: - `.env` / Compose-Dateien / relevante Skripte - Persistente Volumes (App-Daten) - Datenbanken (Dump, konsistent) Empfehlung: - Zeitstempel-basierte Backup-Ordner - Aufbewahrung nach Rotation (z. B. 7/30 Tage) - Wiederherstellung regelmäßig testen (Restore-Drill) --- ## 5) Update-Durchführung (kontrolliert) Empfohlene Reihenfolge: 1. Neue Images ziehen (`pull`) 2. Geplante Recreate/Restart pro Service 3. Abhängige Services in sinnvoller Reihenfolge starten 4. Kurz warten, bis Services „healthy“ sind Wichtig: - Keine parallelen Updates über alle Kunden auf einmal. - In Wellen ausrollen (Batching), z. B. 5–10 Kunden pro Fenster. --- ## 6) Post-Update-Validierung Nach jedem LXC-Update: - Container laufen? - Health-Status „healthy“? - Logs ohne kritische Fehler? - Funktionaler Smoke-Test: - UI erreichbar - Login/Token funktioniert - Kern-Workflow/Webhook testbar - API-Endpunkt liefert erwartete Antwort Nur bei erfolgreicher Validierung gilt das Update als abgeschlossen. --- ## 7) Rollback-Plan (verbindlich) Rollback auslösen bei: - Health-Checks schlagen fehl - Kritischer Funktionsfehler - Ungewöhnliche Fehlerhäufung in Logs Rollback-Optionen: 1. Rückkehr auf vorherige Image-Tags 2. Wiederherstellung von Volumes/DB aus Backup 3. Services neu starten und Smoke-Test wiederholen Ziel: klare RTO/RPO-Grenzen pro Kundentyp. --- ## 8) Monitoring & Reporting - Zentrales Logging (mind. pro LXC abrufbar) - Update-Protokoll je Kunde: - Start/Ende - alte/neue Version - Ergebnis - aufgetretene Fehler - Regelmäßiger Report: - Update-Quote - Fehlerquote - Rollback-Häufigkeit --- ## 9) Automatisierungsgrad steigern (Roadmap) Stufe 1 (kurzfristig): - Standardisiertes manuelles Verfahren + Checklisten Stufe 2: - Gemeinsames Update-Skript mit: - Prechecks - Backup - Pull/Recreate - Health-Check - Ergebniscode Stufe 3: - Orchestrierte Wellen-Rollouts über mehrere LXCs - Benachrichtigungen (z. B. Mail/Chat) bei Erfolg/Fehler - Teilautomatischer Rollback --- ## Konkrete Empfehlung für euren Kontext 1. **Sofort**: Für alle Kunden-LXCs eine Inventarliste + feste Image-Tags einführen. 2. **Kurzfristig**: Standard-Runbook für Update/Backup/Rollback als Teamprozess etablieren. 3. **Mittelfristig**: Einheitliches Update-Skript für alle Kunden-LXCs umsetzen. 4. **Dauerhaft**: Pilot-zu-Production-Rollout in Wellen mit verpflichtenden Health-Checks. --- ## Beispiel-Runbook (kompakt) 1. Wartungsfenster starten 2. Prechecks ausführen 3. Backup erstellen 4. Images aktualisieren 5. Container kontrolliert neu bereitstellen 6. Health-Checks + Smoke-Test 7. Erfolg dokumentieren **oder** Rollback 8. Abschlussmeldung / Report --- ## Risiken und Gegenmaßnahmen - **Breaking Changes in neuen Images** → Release Notes prüfen, zuerst Pilot-LXC. - **Dateninkonsistenz bei Update** → konsistente DB-Dumps, Service-Reihenfolge beachten. - **Zu viele gleichzeitige Änderungen** → schrittweiser Rollout, kleine Batches. - **Fehlendes Rollback** → verpflichtende Backup- und Restore-Tests. --- ## Fazit Der nachhaltigste Weg ist ein standardisierter Update-Lifecycle aus **Inventarisierung, Precheck, Backup, kontrolliertem Rollout, Validierung und Rollback-Fähigkeit**. Damit bleiben Docker-Container in Kunden-LXCs aktuell, ohne Stabilität und Betriebsfähigkeit zu gefährden.